Fraktionsfokus: Sylvaneth

Ah, endlich eine der neuen Fraktionen im Fokus. Die Skaven und die Seraphon sind zwar auch gut in Sigmars Zeitalter angekommen, aber wirklich strahlen tun dort die neuen Fraktionen. Und meiner bescheidenen Meinung nach vor allen andere eine: Die Sylvaneth.

Ein bischen Hintergrund

In der Welt, die war, zogen die Waldelfen Seite and Seite mit Dryaden und Baumwesen in den Kampf. Und Alarielle war eine Elfe, ein Avatar der Göttin Isha, die Übermutter aller Hochelfen. Als die Welt zerbrach, wurde das, was Alarielle früher war, im Zeitalter der Mythen als die Göttin des Reichs Ghyran wiedergeboren, sie verbündete sich mit Sigmar und pflanzte „Soul Pods“ – von denen niemand weiss, woher sie die hatte – die die Seelen von Wesen der alten Welt enthielten. Und daraus erwuchsen die Sylvaneth.

Im Reich Ghyran ebenso wie in fast allen anderen Reichen siedelten sich aber auch Menschen, Aelf und Duardin an. Diese scheiterten aber im Zeitalter des Chaos bei dem Versuch Ghyran vor den Horden Nurgles zu verteidigen und viele flohen nach Azyrheim. Die Sylvaneth aber blieben und mussten mit ansehen, wie Ghyran fast vollständig vernichtet wurde. Das schürrte Hass, Bitterkeit und Misstrauen in den Sylvaneth, nicht nur auf Nurgle und die Dämonen des Chaos sondern auch gegenüber allen „Quickbloods“ (Menschen, Aelf, Duardin, Orruks, Dämonen, praktisch allem, was keine Sylvaneth sind). Weil sie sehen, dass sich ihre Ziele oft mit denen anderer Fraktionen der Ordnung decken, gehen sie regelmässig Bündnisse mit Menschen, Aelf, Duardin, Seraphon und den Stormcast Eternals ein, trauen tun sie ihnen aber nicht.

Die Sylvaneth können fast beliebig alt werden und entsprechend langfristig sind ihre Pläne, Gedanken und Handlungen angelegt. Schon mit den Slyvaneth zu kommunizieren ist kompliziert, aber sie zu verstehen ist für die meisten Sterblichen schlicht unmöglich. Und das gilt auch andersherum. Dabei sind die Sylvaneth nicht böse, sondern  ihr Denken ist einfach nur so fremdartig, wie man es von Lebensformen eigentlich nur erwarten kann, sie sich so sehr von den Sterblichen unterschieden.

Überdies sind die Sylvaneth ein ausgesprochen vielgestaltiges Volk, und die Dryaden, Branchwraiths, Treelords und Spite-Revenants … dies sind nur ihre verbreitetsten Kriegerformen. Die Kasten der Slyvaneth sind so vielfältig wie das Reich des Lebens selber.

Meine zehn guten Gründe für die Sylvaneth

1. „The proper study of mankind is life.“ … um mal das Ribofunk-Manifest zu zitieren. Gold, Eisen, Stahl, Schmiedhandwerk und Magie sind fein, sie haben den Sterblichen grossartige Dienste beim der Eroberung der Acht Reiche geleistet. Aber nichts, gar nichts schlägt das Leben selbst, oder um Dr. Ian Malcom zu zitieren …

„If there is one thing the history of evolution has taught us it’s that life will not be contained. Life breaks free, it expands to new territories and crashes through barriers, painfully, maybe even dangerously, but, uh… well, there it is.”

Leben ist Technik überlegen. Vielleicht nicht immer, vielleicht nicht gerade dann, wenn man es hätte. Aber auf die lange Sicht schon. Und die Sylvaneth sind die lange Sicht.

2. Sie sind Bäume. Wandelnde Bäume. Also eigentlich haben die Sylvaneth ja noch weit mehr Formen als die Baumartigen, aber das bäumische Dasein dominiert das Sortiment aktuell doch ziemlich deutlich. Und man kann das nicht erwähnen ohne von Tolkiens Ents zu sprechen. Die Ents und die Hurons gehören ganz sicher zu den Ideen und Figuren, denen der Herr der Ringe seinen ewigen Ruhm verdankt. Jetzt eine Armee aus Bäumen auf einem Schlachtfeld zu führen … das ist wahrlich und wahrhaftig ein wahrgewordener Jugendtraum. Ein Traum, der sogar noch besser wird, denn …

3. Kriegerinnen und Heldinnen. Die beiden einzigartigen Heldinnen der Fraktion sind Frauen, oder zumindest so weiblich, wie das bei den Sylvaneth geht. Das gleiche gilt für die Hälfte der generischen Held*innen der Fraktion: Branchwraith und Branchwyches. Und ihre zentrale Battleline-Einheit, die Dryaden sind ebenfalls weiblich. Das ist aus der Perspektive der Geschlechtergerechtigkeit schon ultracool. Es wird aber noch cooler, wenn man den Tolkien-Querverweis von eben wieder aufgreift … denn … wir alle wissen ja … die Ents haben ihre Frauen verloren … und jetzt wissen wir auch, was die Damen des Waldes so treiben. Mehr awesome geht kaum.

4. Sie sind stark. Obschon es bisher nicht viele Einheiten zur Auswahl gibt und obschon sich die Sylvaneth nicht mit einer klaren, einfachen Taktik spielen lassen, sind sie eine sehr starke Fraktion.

5. Eine strahlenden Zukunft. Die Slyvaneth bieten zwar mit den Dryaden und ein den Treelords eine Verbindung zur alten Armee der Waldelfen, aber das ändert nichts daran, dass sie eine der neuen Fraktionen sind und von Games Workshop mit entsprechend viel Liebe und Aufmerksamkeit versorgen wurden, werden und werden werden: Eigener Battletome,  epische Minis, Romane, Warscroll Cards, Start Collecting!-Box und gute Aussichten auf die Zukunft. Ich gehe (anders als bei den meisten bisher vorgestellten Fraktionen) ganz stark davon aus, dass wir in nicht allzuferner Zukunft noch neue Minis sehen werden und ich bin ziemlich gespannt was das wohl sein wird. Ich würde mich ja was klobiges Wünschen, wie den Pyrovoren.

6. Kitbashing- und Farben-Rausch. Die Sylvaneth können so vielfältig sein, wie die Natur und die Jahreszeiten selber. Immer lassen sich irgendwo Äste, Blätter oder irgendwas anderes organsiches drankitbashen. Und ich bin ein bisken erstaunt, dass Games Workshop so wenige Farbvariante der Sylvaneth veröffentlicht. Es dominiert immer das dunkle Graubraungrün, wo es doch wirklich wahnsinnig viele Farboptionen gäbe: Weisse Stämme, gelbes und rotes Laub.

7. Agilität. Das sollte man Bäumen ja eigentlich nicht zutrauen, aber schaut man sich die Regeln der Sylvaneth an, dann hat man es – wie mit ihren waldelfischen Vorgängern – mit einer hochagilen Armee zu tun, deren Einheiten v.a. viel „teleportieren“ können.

8. Kurnoth Hunters. Eine der grandiosesten Einheiten im ganzen Spiel. Stark wie Helden, sehr flexible Bewaffnung, grosse Minis mit oppulenten Zusammenbau- und Kitbash-Optionen, fantastisches Aussehen.

9. Das Andere. Eigentlich ist es ein bisken ein Teil der Tatsache, dass sie Bäume sind, denn auch das hat Games Workshop ziemlich konsequenz von Tolkien übernommen: Sie leben anders, sie denken anders, sie sind anders. Ich mag das immer besonders, weil es ein Erzählen über Rassismus, Seximus und andere Formen der Diskriminierung erlaubt, ohne dass man auf die „alten“, realweltlichen Formen der Diskriminierung beschränkt ist. Ich glaube das macht es Leser viel einfacher, sich den Themen zu widmen, gerade wenn man zu jenen Teilen der Weltbevölkerung gehört, die Diskriminierung eben am seltensten erleben.

10. Die Tyraniden im Zeitalter des Sigmar. Ich liebe die Tyraniden von Warhammer 40.000, sie sind eigentlich meine Lieblingsfraktion dort. Die Sylvaneth sind zum ersten Mal in einem Fantasy-Setting etwas, das der Grossartigkeit des Grossen Verschlingers nahe kommt: Sie sind entfesselte Natur. Sie leben, kämpfen, expandieren und verbessern sich durch Evolution und die Mechaniken des Lebens selber. Und beide sind die potentiell gestaltreichste Fraktion, ihre Formenvielfalt ist schier unendlich. Und selbst in ihren Unterschieden ähneln, spiegeln sie sich: Wo die Tyraniden alles Leben verschlingen wollen, wollen die Sylvaneth alles mit Leben voll machen – beide sind unerstättlich in ihrer jeweiligen Gier. Ja, Drycha Hamadreth und die Outcasts wollen ja sogar alles nicht-sylvanethische Leben auslöschen.  Viel fehlt nicht …

Und … beide haben natürlich organische Formen und ich bin mir totsicher, dass man die auch gut kitbashen kann, hehe. Und ganz ehrlich:  Alarielles Wardroth Beetle ist nun wirklich von einem Tyrandien kaum noch zu unterschieden.

Und das Beste daran: Sie sind die Guten! Tyraniden auf der Seite der Ordnung … wie unendlich episch.

Armeeaufbau

Okay. Der Klassiker ist hier latürnich mit der Start Collecting! Sylvaneth Box einzusteigen, die 16 Drayden, eineBranchwych und einen Treelord enthält, was geschmeidige 36 Euro spart gegenüber den Einzelanschaffungen.

Leider ist es damit noch nicht getan, denn eigentlich braucht man ziemlich dringend Wyldwood. Leider spart man beim Sylvaneth Wildwood Packet nur einen (in Worten: 1) Euro gegenüber der Anschaffungen von drei einzelnen Citadel Woods. Und ohne Kurnoths Hunters und die Tree Revenants, will man eigentlich auch nicht starten …

Weblinks


Alle 9 Beiträge der Serie ‚Fraktionsfokus

  1. Fraktionsfokus: Skaven
  2. Fraktionsfokus: Seraphon
  3. Fraktionsfokus: Grots
  4. Fraktionsfokus: Wanderers und andere Aelfs
  5. Fraktionsfokus: Dispossessed und andere Duardin
  6. Fraktionsfokus: Sylvaneth
  7. Fraktionsfokus: Kharadron Overlords
  8. Fraktionsfokus: Stormcast Eternals
  9. Fraktionsfokus: Fyreslayers

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